Sean O´Casey
10. Juni 2027, 19:00
Vortragsreihe "Bühnenautoren im Spiegel der Zeit" im Palais im Stadtpark
Referent: Peter Glotz
Der Theaterregisseur Peter Glotz stellt namhafte Autorinnen und Autoren der Theatergeschichte vor, deren Stücke und Figuren entscheidende gesellschaftliche und politische Entwicklungen widerspiegeln. In Szenenausschnitten und Interviews lässt er die Bühnenautoren selbst zu Wort kommen. Alle Interessierten, auch Schüler und Studenten, sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Irischer Dramatiker und eine der wichtigsten Stimmen des irischen Theaters
Seán O’Casey wurde am 30. März 1880 als John Casey in Dublin geboren. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen einer protestantischen Familie auf und musste bereits in jungen Jahren zum Lebensunterhalt beitragen. Seine Erfahrungen als Arbeiter und sein unmittelbarer Einblick in die sozialen Verhältnisse der irischen Hauptstadt prägten sein späteres literarisches Werk entscheidend.
O’Casey engagierte sich früh in der irischen Arbeiterbewegung und setzte sich intensiv mit Fragen sozialer Gerechtigkeit und nationaler Unabhängigkeit auseinander. 1906 trat er der Gaelic League bei und übernahm 1914 das Amt des Generalsekretärs der Irish Citizen Army.
Als Dramatiker gelang ihm der Durchbruch mit seiner berühmten Dublin-Trilogie, bestehend aus The Shadow of a Gunman (1923), Juno and the Paycock (1924) und The Plough and the Stars (1926). In diesen Werken beleuchtet er die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche Irlands während des Unabhängigkeitskampfes und des Bürgerkriegs.
Besonders eindrucksvoll ist O’Caseys Fähigkeit, tragische Schicksale mit lebendigen Dialogen und einem unverwechselbaren, oftmals derben Humor zu verbinden. Im Mittelpunkt seiner Stücke stehen nicht die großen politischen Helden, sondern die einfachen Menschen, deren Leben von Armut, Gewalt und gesellschaftlichen Konflikten geprägt ist.
Nach der Ablehnung seines Stücks The Silver Tassie durch das Abbey Theatre wandte sich O’Casey zunehmend England zu, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Er starb am 18. September 1964 in Torquay.
Seán O’Casey gilt als Wegbereiter eines sozialkritischen Theaters, das den Menschen und seine Lebenswirklichkeit in den Mittelpunkt stellt. Seine Dramen gehören bis heute zum festen Repertoire zahlreicher Bühnen.
Veranstaltungsort:
Ab sofort finden die Vorträge bis auf Weiteres im Georg-Haberl-Saal im Erdgeschoss statt.
Zugang über den Eingang am Stadtpark 22
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